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Was gehört zur Abfallart Klärschlämme, was nicht?

Klärschlämme entstehen als Rückstände bei der Reinigung kommunaler oder industrieller Abwässer. Sie bestehen überwiegend aus Wasser sowie organischen und mineralischen Bestandteilen. Nicht zu den Klärschlämmen zählen Rechengut, Siebgut und Sandfangrückstände, die bereits in den ersten Stufen der Abwasserreinigung abgeschieden werden und getrennten Entsorgungswegen unterliegen.

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Sortierhinweise zur Abfallart Klärschlämme

Klärschlämme können je nach Herkunft unterschiedliche Inhaltsstoffe enthalten und unterliegen deshalb besonderen Anforderungen an Sammlung, Transport, Behandlung und Verwertung. Die Entsorgung richtet sich unter anderem nach der Klärschlammverordnung (AbfKlärV), dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) sowie weiteren abfallrechtlichen Vorgaben. Welche Behandlungs- oder Verwertungsverfahren zulässig sind, hängt von der Herkunft und Zusammensetzung des jeweiligen Klärschlamms ab.

Fakten rund um die Abfallart Klärschlämme

Während der Abwasserreinigung entstehen unterschiedliche Schlammarten. Primärschlamm fällt in der mechanischen Reinigungsstufe an, Überschussschlamm entsteht überwiegend in der biologischen Reinigungsstufe. Vor der weiteren Behandlung wird der Schlamm häufig stabilisiert und entwässert. Dafür kommen je nach Anlage verschiedene Verfahren zum Einsatz, beispielsweise Zentrifugen, Schneckenpressen, Siebbandpressen oder Kammerfilterpressen. Klärschlämme enthalten neben organischen Bestandteilen und Nährstoffen teilweise auch Schwermetalle, organische Spurenstoffe oder weitere Schadstoffe. Umfang und Art der Inhaltsstoffe hängen von der Herkunft des Abwassers sowie den jeweiligen Einleitungen in das Kanalnetz ab. Welche Verwertungs- oder Entsorgungswege zulässig sind, richtet sich nach den gesetzlichen Anforderungen und den Eigenschaften des jeweiligen Klärschlamms.

Maßnahmen zur Entwässerung

Vor Transport und weiterer Behandlung wird Klärschlamm in der Regel eingedickt und entwässert. Je nach Verfahren lassen sich unterschiedliche Trockenmassegehalte erreichen. Zum Einsatz kommen unter anderem:

  • Zentrifugen
  • Schneckenpressen
  • Siebbandpressen
  • Kammerfilterpressen
  • Klärschlammvererdungsanlagen

Welches Verfahren verwendet wird, hängt von den Anforderungen der jeweiligen Kläranlage und dem vorgesehenen weiteren Behandlungsweg ab.

Potenziell enthaltene Schadstoffe

Je nach Herkunft können Klärschlämme verschiedene anorganische und organische Stoffe enthalten. Dazu zählen unter anderem Schwermetalle sowie weitere Stoffgruppen, deren Gehalte gesetzlich geregelt sind. Für eine landwirtschaftliche Verwertung gelten die Grenzwerte und Anforderungen der Klärschlammverordnung sowie weiterer einschlägiger Rechtsvorschriften.

Recyclingwege der Abfallart Klärschlämme

Thermische Behandlung

Klärschlämme werden heute überwiegend thermisch behandelt. Hierfür kommen unter anderem folgende Verfahren zum Einsatz:

  • Monoverbrennung
  • Mitverbrennung in Müllheizkraftwerken
  • Mitverbrennung in Zementwerken
  • Klärschlammvergasung
  • hydrothermale Karbonisierung (je nach Anlagenkonzept)

Welche Verfahren eingesetzt werden, richtet sich nach den technischen Möglichkeiten sowie den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben.

Phosphorrückgewinnung

Mit der Novellierung der Klärschlammverordnung gewinnt die Rückgewinnung von Phosphor zunehmend an Bedeutung. REMONDIS hat hierfür das Tetraphos®-Verfahren entwickelt. Dabei wird Phosphor aus Klärschlammaschen zurückgewonnen und zu Phosphorsäure aufbereitet. Diese kann beispielsweise als Ausgangsstoff für die Herstellung von Düngemitteln oder weiteren Industrieprodukten eingesetzt werden. Zusätzlich entstehen bei dem Verfahren weitere verwertbare Stoffströme, beispielsweise Gips sowie Eisen- und Aluminiumsalze.

Weitere Behandlungsverfahren

Je nach Klärschlamm und regionalen Gegebenheiten können weitere Verfahren zum Einsatz kommen, beispielsweise die Klärschlammvererdung. Welche Nutzung der dabei entstehenden Materialien möglich ist, richtet sich nach deren Eigenschaften sowie den geltenden rechtlichen Anforderungen.

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