Was gehört zur Abfallart Medizinische Abfälle, was nicht?
Im Gesundheitswesen fallen bis zu 40 verschiedene Abfallarten an. Typische medizinische Abfälle sind zum Beispiel:
Zahnamalgam
Röntgenbilder und -filme
Verbandsmaterialien
Spritzen, Skalpelle und Injektionsnadeln
Desinfektionsmittel
Laborchemikalien
Infektiöse und sensible Abfälle
Tupfer, Ärmelstulpen, Handschuhe
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Sortierhinweise zur Abfallart Medizinische Abfälle
Medizinische Abfälle müssen bereits am Entstehungsort nach Abfallart und Gefährdungspotenzial getrennt erfasst werden. Hierfür sind geeignete und eindeutig gekennzeichnete Behälter zu verwenden. Spitze und scharfe Gegenstände wie Kanülen, Skalpelle oder Lanzetten sind unmittelbar nach dem Gebrauch in bruch- und durchstichsicheren Behältern zu sammeln. Ein Umfüllen, Sortieren oder manuelles Verdichten ist zu vermeiden. Infektiöse Abfälle, gefährliche Chemikalien, Arzneimittelabfälle und andere besonders zu behandelnde Fraktionen müssen getrennt von nicht gefährlichen Abfällen bereitgestellt werden. Die konkreten Anforderungen richten sich unter anderem nach der Abfallverzeichnis-Verordnung, den arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben und der LAGA-Mitteilung 18.
Fakten rund um die Abfallart Medizinische Abfälle
Medizinische Abfälle entstehen unter anderem in Krankenhäusern, Arzt- und Zahnarztpraxen, Laboren, Apotheken, Pflegeeinrichtungen sowie in Einrichtungen der human- und veterinärmedizinischen Forschung. Von ihnen können je nach Art unterschiedliche Risiken ausgehen. Spitze oder scharfe Gegenstände können Verletzungen verursachen. Infektiöse Materialien können Krankheitserreger enthalten. Chemikalien oder Arzneimittel können aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften besondere Anforderungen an Sammlung und Behandlung stellen. Nicht alle medizinischen Abfälle sind gefährliche Abfälle. Viele nicht infektiöse Materialien können unter bestimmten Voraussetzungen gemeinsam mit vergleichbaren Siedlungsabfällen entsorgt werden. Die genaue Zuordnung erfolgt anhand des jeweiligen Abfallschlüssels und der konkreten Beschaffenheit.
Recyclingwege der Abfallart Medizinische Abfälle
Sammlung und Transport
REMONDIS stellt geeignete Behältersysteme für die getrennte Sammlung der verschiedenen Abfallfraktionen bereit. Je nach Abfallart kommen beispielsweise verschließbare Sammelbehälter, durchstichsichere Kanülenboxen oder speziell gekennzeichnete Gefahrgutbehälter zum Einsatz. Die Abholung und der Transport erfolgen entsprechend der Einstufung des Abfalls sowie den geltenden abfall- und transportrechtlichen Anforderungen.
Behandlung infektiöser Abfälle
Infektiöse Abfälle werden zugelassenen Behandlungs- oder Beseitigungsanlagen zugeführt. Abhängig von Abfallart und Anlagenzulassung können thermische oder andere zugelassene Behandlungsverfahren eingesetzt werden. Eine pauschale Aussage, dass infektiöse Abfälle grundsätzlich desinfiziert und anschließend verwertet werden, sollte vermieden werden. Der zulässige Weg hängt von der Einstufung und dem jeweiligen Behandlungsverfahren ab.
Behandlung weiterer medizinischer Abfälle
Nicht infektiöse Abfälle können – sofern ihre Beschaffenheit und die rechtlichen Vorgaben dies zulassen – gemeinsam mit vergleichbaren Gewerbe- oder Siedlungsabfällen behandelt werden. Chemikalien, Arzneimittel, Amalgamabfälle und andere gefährliche Fraktionen werden getrennt gesammelt und spezialisierten Verfahren zugeführt.
Rückgewinnung geeigneter Materialien
Bei einzelnen Abfallarten können Bestandteile zurückgewonnen werden. Aus geeigneten Röntgenfilmen können beispielsweise silberhaltige Materialien separiert werden. Ob eine stoffliche Verwertung möglich ist, hängt von Zusammensetzung, Verschmutzung und Behandlungsverfahren ab.
Bei der Entsorgung medizinischer Abfälle müssen Sicherheitsaspekte an erster Stelle stehen.
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