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Was gehört zur Abfallart Stahl, was nicht?

Zur Abfallart Stahl gehören Abfälle und Produktionsreste, die überwiegend aus Stahl oder Eisen bestehen. In der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft werden sie häufig als Stahl- oder Eisenschrott bezeichnet. Je nach Herkunft und Zusammensetzung können dazu beispielsweise gehören:

Stahlbleche und Blechzuschnitte

Stahlträger und Stahlprofile

Rohre und Stangen aus Stahl

Baustahl und Bewehrungsstahl

Stahlspäne und Stanzreste

Gussstücke und Gießereischrott

Stahlbehälter, sofern sie restentleert und frei von gefährlichen Rückständen sind

Stahlkonstruktionen

demontierte Stahlteile aus Maschinen und Anlagen

nichtrostende Stähle, sofern sie getrennt nach ihrer Legierung erfasst werden

wiederverwendbare Stahlbauteile, sofern sie noch kein Abfall geworden sind

Aluminium, Kupfer, Messing, Blei und Zink

Kabel und Kabelschrott

Elektromotoren und andere Elektroaltgeräte

Batterien und Akkumulatoren

Katalysatoren

Fahrzeuge oder Fahrzeugteile mit Betriebsflüssigkeiten

Gasflaschen und andere Druckbehälter

Baumischabfälle und Bauschutt

Haushalts- und Sperrmüll

Kunststoffe und Materialverbunde

kontaminierter Schrott

radioaktiv belastete oder entsprechend verdächtige Materialien

Stahlteile mit gefährlichen Beschichtungen oder Anhaftungen

Bei Fragen sind wir gerne persönlich für Sie da

Sortierhinweise zur Abfallart Stahl

Stahlabfälle sollten möglichst getrennt von Nichteisenmetallen, Kunststoffen, mineralischen Abfällen und anderen Fremdstoffen gesammelt werden. Auch unterschiedliche Stahlqualitäten und Legierungen sollten getrennt gehalten werden, sofern dies für den vorgesehenen Verwertungsweg erforderlich ist. Eine qualitätsbezogene Sortierung ist wichtig, weil Legierungsbestandteile, Beschichtungen und Verunreinigungen die spätere Verwendung des aufbereiteten Materials beeinflussen können. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Metallabfälle nach Qualitäten getrennt werden sollten, um Qualitätsverluste bei der Verwertung zu begrenzen. Größere Mengen aus Industrie, Gewerbe und Bauwirtschaft können in geeigneten Containern oder anderen abgestimmten Behältersystemen gesammelt werden. Kleinere Mengen aus privaten Haushalten können entsprechend den örtlichen Vorgaben beispielsweise an Wertstoffhöfen abgegeben werden. Stahlabfälle sollten nicht pauschal über die Sperrmüllsammlung bereitgestellt werden. Ob einzelne metallische Haushaltsgegenstände dort angenommen werden, richtet sich nach den Bestimmungen der jeweiligen Kommune. Behälter, Fässer und technische Bauteile müssen vor der Annahme gegebenenfalls entleert, gereinigt oder auf gefährliche Rückstände geprüft werden. Geschlossene Hohlkörper, Druckbehälter und unbekannte Anlagenteile sollten vorab mit dem Entsorgungsunternehmen abgestimmt werden.

Fakten rund um die Abfallart Stahl

Stahl ist ein Werkstoff, der überwiegend aus Eisen besteht und durch die Zugabe weiterer Elemente unterschiedliche Eigenschaften erhalten kann. Je nach Zusammensetzung wird zwischen verschiedenen Stahlqualitäten und Legierungen unterschieden. Stahl wird unter anderem im Bauwesen, Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeugbau sowie bei der Herstellung von Geräten und Verpackungen eingesetzt. Stahl- und Eisenschrotte können nach der Sortierung und Aufbereitung als Einsatzmaterial in Stahlwerken oder Gießereien verwendet werden. Die erzielbare Materialqualität hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Stahlsorte und Legierungszusammensetzung
  • Sortenreinheit
  • vorhandenen Beschichtungen
  • metallischen und nicht metallischen Anhaftungen
  • Kupfer- und anderen unerwünschten Begleitelementen
  • eingesetzter Sortier- und Aufbereitungstechnik
  • Anforderungen des aufnehmenden Stahlwerks oder der Gießerei

Recyclingwege der Abfallart Stahl

Annahme und Einstufung

Bei der Annahme werden Herkunft, Zusammensetzung und Beschaffenheit des Materials geprüft. Je nach Abfall können Unterlagen zur Herkunft, eine Sichtkontrolle oder weitergehende Untersuchungen erforderlich sein. Dabei wird unter anderem beurteilt:

  • ob es sich überwiegend um Eisen- oder Stahlschrott handelt
  • welche Stahlsorte beziehungsweise Legierung vorliegt
  • ob gefährliche Anhaftungen oder Beschichtungen vorhanden sind
  • ob geschlossene Hohlkörper oder Druckbehälter enthalten sind
  • ob das Material direkt verwertet oder zunächst vorbehandelt werden kann

Vorsortierung

Fremdstoffe und ungeeignete Bestandteile werden entfernt. Unterschiedliche Schrottsorten können entsprechend den Anforderungen des vorgesehenen Verwertungswegs getrennt werden. Nichtrostende Stähle und andere legierte Stähle sollten nicht pauschal mit unlegiertem Stahlschrott vermischt werden, da sie andere Legierungsbestandteile und Einsatzmöglichkeiten aufweisen.

Zerkleinerung und Aufbereitung

Abhängig von Größe und Beschaffenheit können die Stahlteile:

  • geschnitten
  • geschert
  • zerkleinert
  • gepresst
  • paketiert
  • von Anhaftungen und Fremdstoffen getrennt

werden.

Welche Technik eingesetzt wird, hängt von der jeweiligen Schrottsorte und den Anforderungen der aufnehmenden Anlage ab.

Magnetische Abscheidung

Eisenhaltige Materialien können mithilfe magnetischer Trenntechnik von vielen nicht magnetischen Bestandteilen separiert werden. Eine Magnetabscheidung führt jedoch nicht automatisch zu einer vollständigen Trennung aller Stahlqualitäten. Nichtrostende Stähle können je nach Legierung unterschiedliche magnetische Eigenschaften aufweisen. Für eine weitergehende Sortierung können daher sensorbasierte oder andere ergänzende Verfahren erforderlich sein.

Herstellung definierter Schrottsorten

Die aufbereiteten Materialien werden nach Größe, Zusammensetzung und Qualität zu definierten Schrottsorten zusammengestellt. Sie können anschließend lose, zerkleinert, gepresst oder als Pakete bereitgestellt werden. Die Abmessungen und Materialeigenschaften richten sich nach den Anforderungen des jeweiligen Stahlwerks oder der Gießerei.

Metallurgische Verwertung

Aufbereiteter Stahl- und Eisenschrott kann in Stahlwerken oder Gießereien eingeschmolzen und als Einsatzmaterial für die Herstellung neuer Stahl- oder Gussprodukte genutzt werden. Die tatsächliche Einsatzmenge hängt vom Produktionsverfahren, der Schrottqualität und den Anforderungen an das herzustellende Produkt ab. Das Umweltbundesamt führt Eisen- und Stahlschrotte als Ausgangsmaterialien der Sekundärerzeugung von Eisen und Stahl.

Behandlung der Restfraktionen

Bei der Sortierung und Aufbereitung können nicht metallische Bestandteile, Stäube, Feinfraktionen und weitere Rückstände anfallen. Diese werden abhängig von ihrer Zusammensetzung geeigneten Verwertungs- oder Entsorgungswegen zugeführt.

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