Auf kurzen Wegen zu leistungsfähigen Verwertungswegen
Die Leistungsfähigkeit von REMONDIS basiert unter anderem auf einem weit verzweigten Netzwerk von Standorten und Behandlungsanlagen. Weltweit betreibt die REMONDIS-Gruppe über 1.500 Standorte, an denen unterschiedliche Verfahren zur Behandlung, Aufbereitung und Verwertung von Stoffströmen eingesetzt werden. Ein Schwerpunkt liegt in Europa. Allein in Deutschland stehen mehrere hundert Anlagen für die Behandlung verschiedenster Materialien zur Verfügung. Dadurch können Stoffströme regional erfasst und geeigneten Verwertungs- oder Entsorgungswegen zugeführt werden.
Von Trinkwasseraufbereitung bis Weißmineralproduktion
Das Anlagennetz umfasst rund 30 verschiedene Anlagentypen für unterschiedliche Stoffströme und Aufgaben. Es wird kontinuierlich weiterentwickelt und an neue technische sowie gesetzliche Anforderungen angepasst. Ziel ist es, geeignete Wertstoffe möglichst umfassend aufzubereiten und für eine weitere Nutzung bereitzustellen. Gleichzeitig unterstützt die regionale Verteilung vieler Anlagen effiziente Transportwege und eine bedarfsgerechte Logistik. Wo sinnvoll, werden dabei auch Anlagen in benachbarten Ländern genutzt, beispielsweise durch die Regionalgesellschaft Rheinland in den Niederlanden.
Anlagenbeispiele aus den sechs REMONDIS-Regionen
Das REMONDIS-Anlagennetz umfasst zahlreiche Standorte mit unterschiedlichen Schwerpunkten in der Behandlung und Aufbereitung von Stoffströmen. Stellvertretend für diese Vielfalt stellen wir Ihnen sechs ausgewählte Standorte vor – jeweils einen aus jeder der sechs REMONDIS-Regionen.
Aus Flaschen werden Flakes
In Hamburg betreibt REMONDIS eine PET-Aufbereitungsanlage für das werkstoffliche Kunststoffrecycling. Dort werden gebrauchte PET-Flaschen in mehreren Sortier-, Zerkleinerungs- und Reinigungsstufen aufbereitet. Das Ergebnis sind hochwertige PET-Flakes, die beispielsweise zur Herstellung von Folien, Flaschen, Non-Food-Verpackungen, Packbändern oder Fasern eingesetzt werden können.
Das passiert beim Recycling
Im ersten Schritt gelangen die zu Ballen oder Briketts gepressten PET-Einwegflaschen auf die Sortierstrecke. Dort werden Verschlusskappen, Folien, lose Etiketten und weitere Fremdstoffe automatisch entfernt. Anschließend erfolgt die Trennung nach klaren und farbigen Fraktionen. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem Ballistikseparatoren und optische Sortiersysteme. Danach werden die Flaschen in einer Nassmühle zu Flakes zerkleinert. In der anschließenden Wasch- und Trocknungslinie werden verbliebene Etiketten- und Klebereste sowie Metalle und andere Fremdkunststoffe entfernt. So entstehen aufbereitete PET-Flakes für die weitere Verwendung.
Darum braucht es PET-Recycling
PET gehört weltweit zu den am häufigsten eingesetzten Kunststoffen für Getränkeverpackungen. Allein in Deutschland werden jährlich mehr als 450.000 Tonnen gebrauchte PET-Flaschen gesammelt. Die Aufbereitung dieses Materials ermöglicht es, den enthaltenen Kunststoff erneut als Rohstoff zu nutzen und den Bedarf an Primärkunststoff für geeignete Anwendungen zu reduzieren.
| Zahlen zur Anlage | |
|---|---|
| In Betrieb seit | 2016 |
| Output PET-Flakes | 20.000 t/a |
Kommune und Privatwirtschaft Hand in Hand
Die Wertstoff Union Berlin – ein Gemeinschaftsunternehmen der kommunalen Berlin Recycling GmbH und REMONDIS – betreibt seit 2012 eine Papiersortieranlage für Altpapier aus Gewerbe, Handel, Industrie und privaten Haushalten. Im Zweischichtbetrieb wird das Material nach verschiedenen Qualitäten sortiert und teilweise verpresst, bevor es der Papierindustrie zur weiteren Verarbeitung bereitgestellt wird. Die Anlage unterstützt die sortenreine Erfassung und Bereitstellung von Altpapier für das Papierrecycling. Von den jährlich in Berlin anfallenden rund 190.000 Tonnen Altpapier werden etwa 130.000 Tonnen in der Wertstoff Union Berlin aufbereitet.
Darum braucht es Papierrecycling
Altpapier ist ein wichtiger Rohstoff für die Papierherstellung. Gegenüber der Herstellung von Papier aus Primärfasern können bei der Verwendung von Altpapier – abhängig vom Herstellungsverfahren – Rohstoffe und Energie eingespart werden. Als Richtwert gilt: Für die Herstellung von einem Kilogramm Neupapier werden rund 2,2 Kilogramm Holz und 4 Kilowattstunden Energie benötigt. Die gleiche Menge Recyclingpapier kann aus etwa 1,15 Kilogramm Altpapier und rund 1,5 Kilowattstunden Energie hergestellt werden.
| Zahlen zur Anlage | |
|---|---|
| In Betrieb seit | 2012 |
| Investitionsvolumen | 8 Mio. Euro |
| Hallenfläche | 4.000 m2 |
| Behandelte Papiermenge | 130.000 t/a |
Aus Bioabfällen wird Biogas
Die Biogasanlage der RETERRA Freiburg GmbH, einer 100-Prozent-Beteiligung der REMONDIS Region Süd, ist seit 1999 in Betrieb. Im Auftrag der Stadt Freiburg und des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald verarbeitet RETERRA dort jährlich rund 32.000 Tonnen Bioabfälle aus privaten Haushalten. Ergänzend werden kleinere Mengen organischer Abfälle aus Gewerbe und Industrie angenommen. Die Anlage erzeugt jährlich rund 4,7 Millionen Kubikmeter Biogas. Der überwiegende Teil wird über eine Gasleitung nach Freiburg-Landwasser transportiert und dort in Blockheizkraftwerken der Badenova zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. Das verbleibende Biogas wird am RETERRA-Standort Tullastraße ebenfalls in Blockheizkraftwerken energetisch verwertet. So werden Bioabfälle nicht nur behandelt, sondern auch zur Energiegewinnung genutzt.
Energie und Produkte aus Bioabfällen
Aus dem erzeugten Biogas werden jährlich rund 10 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Diese Strommenge entspricht rechnerisch dem jährlichen Bedarf von rund 3.000 Haushalten. Die Nutzung des Biogases unterstützt die Bereitstellung erneuerbarer Energie in der Region. Neben Biogas entstehen weitere verwertbare Produkte. Nach der Vergärung werden jährlich rund 13.500 Tonnen flüssiges Gärprodukt an landwirtschaftliche Betriebe abgegeben. Dieses kann als organischer Dünger eingesetzt werden und mineralische Düngemittel teilweise ersetzen. Darüber hinaus produziert die Anlage jährlich rund 8.500 Tonnen Kompost, der unter anderem an Privatkunden sowie Garten- und Landschaftsbaubetriebe abgegeben wird.
Mehrfache Nutzung von Bioabfällen
Die Vergärungsanlage wurde in den vergangenen Jahren umfassend modernisiert. Dabei wurden Maschinenkomponenten erneuert sowie eine Lagerhalle und ein Speicher für flüssiges Gärprodukt mit einem Fassungsvermögen von 4.000 Kubikmetern errichtet. Zu den jüngsten Investitionen zählt die Nachkompostierhalle mit zusätzlicher Tunnelkompostierung und moderner Kompostaufbereitung. Die nach der Vergärung anfallenden Feststoffe werden in einer vollständig gekapselten, klimagesteuerten Rottehalle stabilisiert. Anschließend wird das Material gesiebt und zu Kompost aufbereitet.
| Zahlen zur Anlage | |
|---|---|
| In Betrieb seit | 1999 |
| Biogas für Stromerzeugung | 4,7 Mio. m3/a |
| Versorgte Haushalte | 3.000 |
| Flüssige Gärprodukte | 13.500 t/a |
| Komposte | 8.500 t/a |
Vorreiter im Gipsrecycling
Am Standort Zweibrücken bereitet REMONDIS Gipskartonplatten und Formteile aus Gips zu Recyclinggips auf. Die Anlage befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Abfallsortieranlage und zählt zu den wenigen spezialisierten Gipsrecyclinganlagen in Deutschland. Jährlich können dort bis zu 72.000 Tonnen Recyclinggips für die weitere Verwendung in der Gipsindustrie aufbereitet werden. Durch die Aufbereitung kann Gips erneut als Rohstoff genutzt werden. Gleichzeitig werden natürliche Gipsvorkommen entlastet und der Bedarf an Deponieraum für nicht verwertbare Materialien reduziert. Ein besonderer Vorteil des Werkstoffs Gips besteht darin, dass seine physikalischen und chemischen Eigenschaften bei der Aufbereitung erhalten bleiben und das Material erneut für die Herstellung geeigneter Produkte eingesetzt werden kann.
So funktioniert die Aufbereitung
Nach der Vorsortierung durchläuft das Material mehrere Aufbereitungs- und Zerkleinerungsstufen. Das Ergebnis ist ein Recyclinggips mit definierter Qualität, der direkt in industriellen Produktionsprozessen eingesetzt werden kann. Reinheit, Restfeuchte und Körnung werden dabei an die jeweiligen Anforderungen angepasst. Für den aufbereiteten Recyclinggips wurde der End-of-Waste-Status offiziell bestätigt. Neben dem Gips wird auch das Papier der Gipskartonplatten getrennt erfasst und aufbereitet. Es kann anschließend der Papierindustrie als Rohstoff zur Verfügung gestellt werden. Dadurch werden sowohl der mineralische als auch der papierhaltige Bestandteil der Gipskartonplatten einer weiteren Nutzung zugeführt.
Darum gewinnt Gipsrecycling an Bedeutung
Gips zählt zu den wichtigsten Rohstoffen der Bauwirtschaft. Der jährliche Bedarf an Calciumsulfat-Rohstoffen in der deutschen Gips- und Zementindustrie liegt bei rund 9,5 Millionen Tonnen. Gleichzeitig nimmt die Verfügbarkeit von REA-Gips – einem Nebenprodukt der Rauchgasentschwefelung in Kohlekraftwerken – infolge des Kohleausstiegs ab. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Aufbereitung von Gipsabfällen als zusätzliche Rohstoffquelle an Bedeutung. Recyclinggips kann dazu beitragen, geeignete Materialien erneut für die Produktion verfügbar zu machen und natürliche Rohstoffvorkommen zu ergänzen.
| Zahlen zur Anlage | |
|---|---|
| In Betrieb seit | 2017 |
| Output Recyclinggips | 72.000 t/a |
Aus Kühlgeräten werden neue Rohstoffe
Am Standort Lünen bereitet die REMONDIS Electrorecycling GmbH jährlich große Mengen ausgedienter Kühl- und Gefriergeräte auf. Im Mittelpunkt stehen dabei die fachgerechte Entfernung schadstoffhaltiger Bestandteile sowie die Rückgewinnung geeigneter Materialien für die weitere Nutzung. Aus den Altgeräten werden unter anderem Stahl, Aluminium, Kupfer, Kunststoffe und Polyurethan separiert und als Recyclingrohstoffe der Industrie bereitgestellt. Der Standort ist Teil des REMONDIS Lippewerks und profitiert von der direkten Anbindung an weitere Anlagen zur Metall- und Kunststoffaufbereitung sowie an spezialisierte Labore für Materialanalysen und Qualitätssicherung.
So funktioniert das Kühlgeräterecycling
Nach der Anlieferung werden die Kühlgeräte zunächst von Einlegeböden, Kabeln und weiteren Anbauteilen befreit. Anschließend erfolgt die fachgerechte Entfernung von Kältemitteln, Treibmitteln und Ölen. Dieser Prozessschritt dient der sicheren Behandlung schadstoffhaltiger Bestandteile. Im Anschluss werden die Geräte zerkleinert. Mithilfe verschiedener mechanischer Trennverfahren werden die enthaltenen Materialien separiert. Magnete gewinnen Stahl zurück, Wirbelstromabscheider trennen Aluminium und Kupfer und weitere Verfahren bereiten Kunststoffe sowie Polyurethan aus der Gerätedämmung für die weitere Verwendung auf.
Darum braucht es Kühlgeräterecycling
Kühl- und Gefriergeräte enthalten sowohl wertvolle Rohstoffe als auch Stoffe, die einer fachgerechten Behandlung bedürfen. Durch das Recycling können geeignete Metalle, Kunststoffe und weitere Materialien erneut als Rohstoffe genutzt werden. Gleichzeitig werden Kältemittel und andere schadstoffhaltige Bestandteile kontrolliert entfernt und entsprechend den gesetzlichen Vorgaben behandelt. So trägt das Kühlgeräterecycling dazu bei, wertvolle Materialien erneut verfügbar zu machen und Altgeräte fachgerecht zu behandeln.
Wertstoffe aus Leichtverpackungen zurückgewinnen
Die Sortieranlage in Erftstadt verarbeitet jährlich bis zu 150.000 Tonnen Verpackungsabfälle, davon rund 120.000 Tonnen Leichtverpackungen aus dem dualen System. Mit moderner Sortiertechnik werden die unterschiedlichen Materialfraktionen getrennt und für die weitere Aufbereitung bereitgestellt. Durch den hohen Automatisierungsgrad und die Vielzahl technischer Sortierstufen können zahlreiche Wertstoffe separiert und als Recyclingrohstoffe für die weiterverarbeitende Industrie bereitgestellt werden.
Das passiert in der Anlage
In den Bereichen Anlieferung, Sortierung und Lagerung werden Verpackungsabfälle in mehreren Prozessschritten aufbereitet. Nach der automatisierten Sacköffnung durchläuft das Material eine rund 1,5 Kilometer lange Sortierstrecke. Dort kommen unter anderem Siebtrommeln, Schwingsiebe, Nah-Infrarot-Sortiersysteme, Windsichter und Ballistikseparatoren zum Einsatz. Die einzelnen Materialfraktionen werden getrennt erfasst und für die weitere Verarbeitung vorbereitet. So entstehen Recyclingrohstoffe, die in geeigneten Anwendungen erneut eingesetzt werden können.
Ergebnis der Aufbereitung
In Erftstadt werden unter anderem Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polystyrol (PS), PET-Flaschen, PET-Schalen, Getränkekartons, Weißblech, Aluminium, Folien, Papier, Pappe und Karton (PPK) sowie Glas separiert. Eine Besonderheit der Anlage ist die zusätzliche Nachsortierung der Sortierreste. Dabei werden insbesondere Glasanteile, die häufig durch Fehlwürfe in den Leichtverpackungen enthalten sind, nachträglich zurückgewonnen.
Darum braucht es LVP-Recycling
Leichtverpackungen machen einen großen Anteil des Verpackungsabfalls aus privaten Haushalten aus. Durch die getrennte Erfassung und Sortierung können geeignete Materialien als Recyclingrohstoffe für neue Produkte genutzt werden. Dadurch wird der Bedarf an Primärrohstoffen in geeigneten Anwendungen reduziert.
| Zahlen zur Anlage | |
|---|---|
| Materialinput gesamt | 150.000 t/a |
| Materialinput LVP | 120.000 t/a |
| Anzahl Nah-Infrarot-Trenner | 21 |
| Anzahl Windsichter | 4 |
| Anzahl Ballistikseparatoren | 2 |
Standorte REMONDIS-Gruppe
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